Altersvorsorgedepot: Jährliche Kosten im Detail erklärt
Was das Altersvorsorgedepot wirklich kostet und worauf du achten musst.
Was du über das Altersvorsorgedepot wissen solltest
Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Ab Januar 2027 soll es als Nachfolger des Riester-Systems starten. Doch wie bei jeder Geldanlage gilt: Die Rendite, die du am Ende wirklich erzielst, hängt nicht nur vom Kapitalmarkt ab. Sie hängt maßgeblich davon ab, wie hoch die jährlichen Kosten deines Depots sind. In diesem Beitrag erfährst du, welche Kostenarten beim Altersvorsorgedepot anfallen, wie stark sie deine Rendite belasten und wie du die jährlichen Kosten effektiv senken kannst.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Das Altersvorsorgedepot startet 2027 mit einer Kostenobergrenze: Für das staatlich organisierte Standarddepot gilt eine Effektivkostengrenze von 1,0 % pro Jahr. Diese gilt aber nur für Standarddepots, nicht für Garantie- oder Premium-Produkte.
Jährliche Kosten entstehen beim Altersvorsorgedpot auf drei Ebenen: Die Effektivkostenquote des Vertrags, die Produktkosten der Fonds und ETFs (TER) sowie Depotführungs- und Transaktionsgebühren der Bank oder des Brokers.
Selbst 1 % Kosten pro Jahr kann ein Drittel deiner Erträge kosten: Bei einer angenommenen Bruttorendite von 6 % und einer Laufzeit von 40 Jahren werden rund ein Drittel der Kapitalmarkterträge durch Kosten aufgezehrt.
Der Unterschied zwischen Produkten ist enorm: Laut einer Vergleichsrechnung des Verbraucherzentrale Bundesverbands kann ein Produkt mit 0,2 % Effektivkosten einen Vermögenszuwachs von rund 180.000 € ermöglichen, während ein Produkt mit 2,5 % Effektivkosten bei identischen Einzahlungen nur rund 16.667 € Zuwachs erreicht.
Depotführungsgebühren sind oft vermeidbar: Viele moderne Online-Broker und Direktbanken bieten Depots ohne laufende Grundgebühr und ohne Sparplangebühren an.
ETF-Kosten (TER) sind niedrig, aber dauerhaft: Breit gestreute Index-ETFs haben typischerweise eine TER von 0,10 bis 0,30 % pro Jahr. Diese Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und sind bereits in der Wertentwicklung berücksichtigt.
Anbietervergleich lohnt sich: Bei gleicher Produktwahl können die Gesamtkosten je nach Depotanbieter um mehrere hundert Euro über zehn Jahre auseinandergehen.
Der Mindestbeitrag liegt bei 10 € pro Monat: Für die staatliche Grundzulage reichen 120 € Jahresbeitrag. Für die maximale Förderung werden bis zu 1.800 € pro Jahr empfohlen.

Welche Gebühren und Kosten fallen bei einem Altersvorsorgedepot grundsätzlich an?
Das Altersvorsorgedepot ist als neue Produktkategorie innerhalb der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge konzipiert. Anders als bisherige Riester-Produkte soll es ohne Garantievorgaben auskommen und renditeorientiert in Wertpapiere wie Aktien- und Rentenfonds investieren. Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember 2025 den Regierungsentwurf zum Altersvorsorgereformgesetz beschlossen, der das Standarddepot zum 1. Januar 2027 einführt (Quelle: bundesfinanzministerium.de).
Die Kostenstruktur eines Altersvorsorgedepots ergibt sich aus drei Ebenen:
Die erste Ebene ist die Effektivkostenquote des Vertrags. Sie fasst alle kostenbedingten Renditeminderungen in der Ansparphase zusammen, einschließlich Abschluss- und Vertriebskosten, laufender Verwaltungsgebühren, Produktkosten und Depotgebühren. Die zweite Ebene sind die Produktkosten der Fonds und ETFs. Dazu gehören die jährliche Verwaltungsvergütung, die Vergütung der Verwahrstelle, Prüfungsaufwendungen sowie Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf von Vermögenswerten im Fonds. Diese Kosten werden als Gesamtkostenquote ausgewiesen, bei ETFs als Total Expense Ratio (TER), und direkt aus dem Fondsvermögen entnommen.
Die dritte Ebene umfasst Depotführungsgebühren und Transaktionskosten der Bank oder des Brokers, über die das Depot geführt wird. Hier gibt es erhebliche Unterschiede: Moderne Online-Broker bieten Depots dauerhaft ohne Grundgebühr und ohne Sparplangebühren an, während klassische Banken weiterhin laufende Entgelte berechnen.
Hinzu kommen Abschluss- und Vertriebskosten, die ebenfalls Teil der Effektivkosten sind. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schlägt vor, diese beim Vertragswechsel auf insgesamt 150 € zu deckeln, um Doppelbelastungen zu vermeiden. Eine entsprechende Regelung wird im Gesetzgebungsverfahren diskutiert.
Wie setzen sich im Altersvorsorgedepot jährliche Kosten genau zusammen?
Die jährlichen Kosten werden über die sogenannte Effektivkostenquote abgebildet. Sie gibt an, um wie viele Prozentpunkte die Rendite des Vertrags durch Kosten jährlich gemindert wird. Nach § 2a AltZertG in der Fassung des Altersvorsorgereformgesetzes sind Anbieter verpflichtet, diese Kennzahl zu ermitteln und im Produktinformationsblatt auszuweisen. (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de)
Das ist wichtig: Die Effektivkostenquote umfasst nicht nur eine einzelne Kostenart, sondern alle Gebühren zusammen. Dazu zählen:
Abschluss- und Vertriebskosten
Laufende Verwaltungsgebühren
Produktkosten der Fonds (TER)
Depotführungsgebühren
Transaktionskosten
Standarddepot vs. Premium-Produkte
Für das staatlich organisierte Standarddepot gilt eine Kostenobergrenze von 1,0 % pro Jahr. Im ursprünglichen Referentenentwurf waren noch 1,5 % vorgesehen, der Bundestag hat den Deckel im Gesetzgebungsverfahren auf 1,0 % gesenkt. Rechtsgrundlage ist das am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossene und am 8. Mai 2026 vom Bundesrat gebilligte Altersvorsorgereformgesetz (Quelle: recht.bund.de)
Neben dem Standarddepot dürfen weitere Produkte angeboten werden, für die dieser Deckel nicht gilt. Die Verbraucherzentrale warnt, dass bei solchen Premium-Modellen mit Garantien Effektivkosten von 1,5 bis 2,5 % pro Jahr oder sogar darüber erwartet werden.
Sparplangebühren im Überblick
Auf Depotebene zeigen sich große Unterschiede zwischen den Anbietern:
| Anbieter | Depotgebühr | Sparplangebühr |
| ING | kostenlos | 0 € |
| Consorsbank | kostenlos | 0 € (seit Okt. 2025) |
| Scalable Capital | kostenlos | 0 € |
| Trade Republic | kostenlos | 0 € (Verkauf: 1 € Pauschale) |
| Comdirect | 1,95 €/Monat (ab Jahr 4, ohne Bedingungen) | 1,5 % des Ordervolumens |
| DKB | kostenlos | 1,50 € pro Ausführung |
| Smartbroker+ | kostenlos | 0,20 %, mind. 1 € |
Bitte beachte, dass sich diese Konditionen jederzeit ändern können. Für tagesaktuelle Angaben lohnt sich ein direkter Blick auf die Preis- und Leistungsverzeichnisse der jeweiligen Anbieter.
Wie stark belasten hohe jährliche Kosten deine langfristige Rendite?
Auf den ersten Blick erscheinen 1 % oder 1,5 % Kosten pro Jahr wenig. Über eine Ansparphase von 30 oder 40 Jahren kann dieser Unterschied jedoch enorm sein. Die Verbraucherzentrale zeigt: Bei einer angenommenen Bruttorendite von 6 % und einer Laufzeit von 40 Jahren werden allein durch eine Effektivkostenquote von 1,0 % rund ein Drittel der Kapitalmarkterträge aufgezehrt.
Vergleichsrechnung: Was hohe Kosten wirklich kosten
Der vzbv hat eine Beispielrechnung veröffentlicht, die zeigt, wie stark sich unterschiedliche Effektivkosten auf den Vermögenszuwachs auswirken. Angenommen werden eine monatliche Einzahlung von 130 € (100 € Eigenbeitrag plus anfängliche Grundzulage), eine Laufzeit von 40 Jahren, eine durchschnittliche Rendite von 6,5 % für Aktien und 2,5 % für Anleihen vor Kosten sowie Gesamteinzahlungen und Förderung von 62.400 €. Wichtig dabei: Die vier verglichenen Produkte unterscheiden sich nicht nur in den Effektivkosten, sondern auch in der Aktienquote, die mit steigenden Kosten tendenziell sinkt. Ein Teil des Renditeunterschieds in der Tabelle geht daher auf die geringere Aktienquote teurerer Produkte zurück, nicht allein auf die Kosten selbst:
| Produkttyp | Aktienquote | Effektivkosten | Vermögenszuwachs |
| Öffentlich-rechtliches Standardprodukt | 90 % | 0,2 % / Jahr | 179.823 € |
| Online-Standard-Depot (Neo-Broker) | 90 % | 0,8 % / Jahr | 144.041 € |
| Aktiv vertriebenes Standard-Depot | 70 % | 1,5 % / Jahr | 79.807 € |
| Provisionsmaximales Produkt | 30 % | 2,5 % / Jahr | 16.667 € |
(Quelle: www.bundestag.de)
Das Ergebnis ist deutlich: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Produkt liegen bei identischen Einzahlungen über 163.000 € Unterschied im Endvermögen, bedingt durch das Zusammenspiel aus höheren Kosten und geringerer Aktienquote. Diese Zahlen sind als überschlagsartige Vergleichsrechnung zu verstehen und beruhen auf den genannten Renditeannahmen. Sie verdeutlichen aber, warum sowohl Kosten als auch die Anlagestrategie bei der Altersvorsorge keine Nebensache sind.
Welche Rolle spielen Produktkosten wie die TER bei deiner Geldanlage?
Die TER ist eine der wenigen Kostenarten, die du als Anleger nicht direkt siehst, aber immer trägst. Sie wird nicht separat in Rechnung gestellt, sondern fortlaufend aus dem Fondsvermögen entnommen. Das bedeutet: Der Kurs des ETFs, den du in deiner App siehst, spiegelt bereits die abgezogenen Kosten wider. Ein Beispiel: Der iShares Core MSCI World UCITS ETF weist eine TER von 0,20 % pro Jahr aus, die bereits in der dargestellten Kursentwicklung berücksichtigt ist. (Quelle:www.justetf.com)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erläutert, dass zu den laufenden Fondskosten neben der Verwaltungsvergütung auch die Vergütung der Verwahrstelle, Prüfungsaufwendungen und Transaktionskosten des Fonds selbst zählen. Sind Performance-Fees vereinbart, kommen diese bei Erfüllung der Erfolgsbedingungen hinzu.
Wie hoch ist die TER bei typischen ETFs?
Bei breit gestreuten, passiv verwalteten Index-ETFs liegt die TER in der Regel zwischen 0,10 % und 0,30 % pro Jahr. Das ist deutlich niedriger als bei aktiv verwalteten Fonds, die häufig 1,0 % oder mehr kosten. Dennoch summiert sich auch eine TER von 0,20 % über 30 oder 40 Jahre zu einem merklichen Renditeverlust.
Zum Vergleich: Ein aktiv verwaltetes Produkt, das im Rahmen eines Premium-Altersvorsorgedepots angeboten wird, kann Effektivkosten von 1,5 bis 2,5 % pro Jahr haben. Ein großer Teil davon entfällt auf die Produktkosten. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich, dass besondere Betreuungsleistungen oder eine angeblich exklusive Fondsauswahl echte Kostenfallen sein können.
Wichtig zu wissen: Die TER enthält nicht alle Kosten auf Fondsebene. Transaktionskosten innerhalb des Fonds und mögliche Performance-Fees kommen je nach Produkt noch dazu. Der vollständige Überblick ergibt sich erst aus dem Produktinformationsblatt.
Warum solltest du Depotführungskosten unbedingt vermeiden?
Depotführungskosten sind eine der unnötigsten Kostenarten bei der Geldanlage. Warum? Weil du sie unabhängig davon zahlst, ob der Kapitalmarkt steigt oder fällt, ob du aktiv handelst oder nicht, und ob im Depot überhaupt Wertpapiere liegen.
Die Verbraucherzentrale weist in ihrer Checkliste für Wertpapierdepots ausdrücklich darauf hin, dass selbst leere Altdepots oft weiter mit einer jährlichen Grundgebühr belastet werden. Wer ein altes Depot nicht kündigt, zahlt also dauerhaft für nichts.
Depotkosten im direkten Vergleich
Finanztip hat anhand einer Einmalanlage von 5.000 € über zehn Jahre gezeigt, wie stark sich die Wahl des Depotanbieters auswirkt: Während klassische Banken wie Sparkassen für Depotführung und Transaktionen mehrere hundert Euro berechnen, bieten viele moderne Online-Broker und Direktbanken dauerhaft kostenlose Depots an. ING, Scalable Capital und Trade Republic verlangen laut ihren Preisverzeichnissen keine laufenden Depotgebühren. Auch Sparplanausführungen für ETFs sind dort gebührenfrei.
Bei der Comdirect dagegen fällt nach den ersten drei Jahren eine Depotgebühr von 1,95 € pro Monat an, sofern kein ETF-Sparplan läuft, keine zwei Trades pro Quartal ausgeführt werden und kein Girokonto besteht. Das macht bei einem ungenutzten Depot 23,40 € pro Jahr, die sich über eine lange Ansparphase zu einem beachtlichen Betrag summieren.
Da das Altersvorsorgedepot als kostengünstiges Standardprodukt konzipiert ist und die Effektivkosten über die gesamte Ansparphase begrenzt werden, werden Depotmodelle ohne laufende Grundgebühr im Rahmen der Zertifizierung eine wichtige Rolle spielen. Welche Anbieter konkret zugelassen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.
Lohnt sich der Vergleich verschiedener Anbieter für dein Altersvorsorgedepot?
Ja, und zwar erheblich. Wie die Zahlen aus verschiedenen Quellen zeigen, können bei gleicher Produktwahl allein durch den Anbieter Kostenunterschiede von mehreren hundert Euro über zehn Jahre entstehen. Über eine typische Altersvorsorge-Laufzeit von 30 oder 40 Jahren wächst dieser Unterschied entsprechend.
JustETF hat 2026 einen ETF-Sparplan-Test mit 20 Online-Brokern durchgeführt. Das Ergebnis: Bei manchen Brokern sind alle verfügbaren ETFs im Sparplan komplett ohne Ordergebühren zu besparen. Scalable Capital bietet zum Beispiel alle ETFs von Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers gebührenfrei im Sparplan an.
Was du beim Vergleich prüfen solltest
Beim Vergleich von Depotanbietern sind vor allem drei Faktoren relevant:
Depotführungsgebühr: Fällt eine jährliche Grundgebühr an? Unter welchen Bedingungen entfällt sie?
Sparplangebühr: Wie hoch ist die Gebühr pro Ausführung? Gibt es Bedingungen für kostenlose Ausführungen?
Orderkosten: Was kostet ein Einzelkauf oder -verkauf außerhalb des Sparplans?
Daneben lohnt es sich, auf die Auswahl verfügbarer ETFs und die Mindestsparbeträge zu achten. ING und Comdirect ermöglichen Sparpläne ab 1 €, die DKB ab 25 € pro Monat.
Da sich Konditionen regelmäßig ändern, ist ein Vergleich kurz vor der Depoteröffnung sinnvoll. Für das Altersvorsorgedepot ab 2027 gilt das noch einmal mehr, weil die konkreten Anbieter und Zertifizierungsbedingungen erst im Laufe des Jahres 2026 feststehen werden.
Wie kannst du die jährlichen Kosten für deine Altersvorsorge effektiv senken?
Es gibt mehrere konkrete Ansatzpunkte, mit denen du die jährlichen Kosten deiner Altersvorsorge spürbar reduzieren kannst.
Kostenlose Depotführung wählen: Der einfachste Hebel ist die Wahl eines Depotanbieters ohne laufende Grundgebühr (siehe Anbietertabelle oben). Die laufenden Kosten beschränken sich dann auf die TER der ETFs und marktübliche Spreads.
ETFs mit niedriger TER bevorzugen: Breit gestreute, passiv verwaltete Index-ETFs haben typischerweise eine TER von 0,10 bis 0,30 % pro Jahr. Das ist deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Wichtig: Kein Ausgabeaufschlag beim Kauf und kein Rücknahmeabschlag beim Verkauf sollten selbstverständlich sein.
Standarddepot statt Premium-Produkt wählen: Beim Altersvorsorgedepot ab 2027 gilt die Kostenobergrenze nur für Standarddepots. Premium-Produkte mit Garantien können Effektivkosten von 1,5 bis 2,5 % pro Jahr haben. Wie die Vergleichsrechnung des vzbv zeigt, kann das über 40 Jahre einen Unterschied von über 160.000 € im Endvermögen bedeuten.
Staatliche Förderung ausschöpfen: Die Zulagenregelung sieht vor, dass du für Einzahlungen bis 360 € pro Jahr einen Zuschuss von 50 % erhältst, also bis zu 180 €. Für weitere Einzahlungen bis zu insgesamt 1.800 € pro Jahr gibt es noch einmal 25 % Förderung. Das senkt deine effektive Netto-Beitragsbelastung deutlich. Die genaue Höhe der maximalen Grundzulage liegt bei 540 € pro Jahr. (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de)
Altdepots kündigen: Wer noch ein ungenutztes Depot bei einer klassischen Bank hat, sollte es schließen. Denn selbst wenn keine Wertpapiere mehr darin liegen, fällt bei vielen Anbietern weiterhin eine jährliche Grundgebühr an.
Steuerliche Förderung nutzen: Während der Ansparphase werden Wertzuwächse und Ausschüttungen im Altersvorsorgedepot nicht versteuert. Erst in der Auszahlungsphase fällt die persönliche Einkommensteuer an. Da das Einkommen im Ruhestand typischerweise niedriger ist als im Erwerbsleben, ergibt sich daraus eine nachgelagerte und in der Regel günstigere Steuerbelastung.
Was die Kostenfrage für dich als Grenzgänger bedeutet
Bevor du über TER und Depotgebühren nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf eine vorgelagerte Frage: Bist du als Grenzgänger überhaupt förderberechtigt?
Förderberechtigung: der Knackpunkt für angestellte Grenzgänger
Als angestellter Grenzgänger zahlst du in die Schweizer AHV und die berufliche Vorsorge (BVG) ein, nicht in die deutsche gesetzliche Rentenversicherung. Genau diese deutsche Rentenversicherungspflicht ist laut den FAQ des Bundesfinanzministeriums die Grundvoraussetzung für die unmittelbare Förderberechtigung beim Altersvorsorgedepot (Quelle: bundesfinanzministerium.de). Für dich bedeutet das: Zum Start am 1. Januar 2027 besteht zunächst kein unmittelbarer Förderanspruch. Ohne Zulagen wiegen die Effektivkosten des Depots besonders schwer, denn dir fehlt der Puffer, den die Förderung sonst schafft.
Eine wichtige Ausnahme gilt, wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist: Erzielst du Einkünfte nach § 15 oder § 18 EStG und gibst eine Steuererklärung ab, bist du ab 2027 unmittelbar förderberechtigt, unabhängig von einer Rentenversicherungspflicht (Quelle: bundesfinanzministerium.de).
Mittelbare Förderung über deinen Ehepartner
Bist du selbst nicht unmittelbar förderberechtigt, kannst du unter Umständen trotzdem profitieren: Ist dein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner unmittelbar förderberechtigt, etwa als in Deutschland rentenversicherungspflichtiger Angestellter, kannst du mittelbar gefördert werden. Dafür brauchst du einen eigenen Mindestbeitrag von 120 € im Jahr, die Grundzulage beträgt dann bis zu 175 € (Quelle: bundesfinanzministerium.de). Bei einer so vergleichsweise kleinen Förderung wiegt die Wahl eines kostengünstigen Anbieters umso schwerer.
Eine Auslandsregelung ab 2028 ist geplant, für Grenzgänger in die Schweiz aber noch offen
Ab 2028 soll eine erweiterte Auslandsregelung greifen, die die Förderung auf Personen ausweitet, die im EU- oder EWR-Ausland leben und dort pflichtversichert sind. Ob und wie diese Regelung Grenzgänger mit einer Schweizer AHV/BVG-Pflichtmitgliedschaft erfasst, ist derzeit nicht abschließend geklärt, denn die Schweiz ist seit der Volksabstimmung von 1992 kein EWR-Mitglied. Die konkrete Länderliste und die dafür nötige Verordnung stehen noch aus.
Wohnsitzwechsel in die Schweiz zur Rente: Vorsicht bei bestehenden Verträgen
Warst du während der Ansparphase in der deutschen Rentenversicherung pflichtversichert, etwa weil du zuvor in Deutschland gearbeitet hast, und verlegst du zu Beginn der Auszahlungsphase deinen Wohnsitz dauerhaft in die Schweiz, kann das als schädliche Verwendung gelten. Die Folgen der schädlichen Verwendung treten laut den BMF-FAQ ein, wenn Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt außerhalb eines EU- oder EWR-Staates liegen (Quelle: bundesfinanzministerium.de). Die während der Ansparphase erhaltenen Zulagen und Steuervorteile müsstest du dann zurückzahlen. Bleibt dein Wohnsitz dauerhaft in Deutschland, ist das unproblematisch.
Was bedeutet das für deine Kostenentscheidung?
Für viele angestellte Grenzgänger lohnt sich der genaue Blick auf die Förderberechtigung, bevor die Kostenfrage überhaupt relevant wird. Fällt die unmittelbare Förderung weg, verschiebt sich die Kosten-Nutzen-Rechnung deutlich: Ohne Zulage muss die Rendite die Effektivkosten allein tragen, und der Unterschied zwischen einem 0,2-%- und einem 1,5-%-Produkt wiegt dann umso schwerer. In diesem Fall kann ein ungefördertes, aber flexibles ETF-Depot oder die Basisrente, falls du selbstständig bist, unter Umständen die passendere Alternative sein.
Ob sich das Altersvorsorgedepot für dich als Grenzgänger lohnt, hängt stark von deiner individuellen Situation ab: deinem Beschäftigungsstatus, einer möglichen mittelbaren Förderung über deinen Ehepartner und deinen Plänen für den Ruhestand. Gerne schauen wir uns das gemeinsam in einem kostenfreien Beratungstermin an.
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Fazit: Kosten entscheiden über deine Altersvorsorge
Das Altersvorsorgedepot bringt ab 2027 mehr Transparenz in die geförderte private Altersvorsorge. Die gesetzlich begrenzte Effektivkostenquote für Standarddepots ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber: Auch 1,0 % Kosten pro Jahr können bei langer Laufzeit ein Drittel deiner Kapitalmarkterträge auffressen. Deshalb lohnt es sich, nicht einfach das erstbeste Produkt zu wählen, sondern genau hinzuschauen.
Die wichtigsten Stellschrauben sind die Wahl des richtigen Produkts, ein kostenloser Depotanbieter und ETFs mit niedriger TER. Wer diese drei Punkte konsequent berücksichtigt, spart über 30 oder 40 Jahre einen erheblichen Betrag und kann die Altersvorsorge deutlich effizienter gestalten.
Als Grenzgänger lohnt sich also ein zweiter Blick, bevor du dich für ein Produkt entscheidest: Förderberechtigung und Kostenstruktur zusammen entscheiden darüber, ob sich das Altersvorsorgedepot für dich rechnet. Dabei solltest du auch die Sozialversicherungspflichten als Grenzgänger in der Schweiz im Blick behalten, die direkte Auswirkungen auf deine Förderberechtigung haben.
Wenn du dir dabei unsicher bist, buche gerne einen kostenfreien Beratungstermin mit mir. Gemeinsam schauen wir uns deine Situation an und klären, welche Altersvorsorge für dich als Grenzgänger wirklich Sinn ergibt.
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FAQ
Für das staatlich organisierte Standarddepot gilt eine gesetzlich festgelegte Effektivkostenobergrenze von 1,0 % pro Jahr. Im ursprünglichen Referentenentwurf waren noch 1,5 % vorgesehen, der Bundestag hat den Deckel im Gesetzgebungsverfahren gesenkt.
Für Premium-Produkte mit Garantien gilt diese Grenze nicht. Dort können Effektivkosten von 1,5 bis 2,5 % pro Jahr oder mehr anfallen. Hinzu kommen in jedem Fall die Produktkosten der Fonds (TER), die bei breit gestreuten Index-ETFs typischerweise bei 0,10 bis 0,30 % pro Jahr liegen. Depotführungsgebühren und Sparplangebühren kommen je nach Anbieter noch obendrauf, können aber bei vielen modernen Direktbanken und Online-Brokern vermieden werden.
Laut Bundesfinanzministerium soll das Altersvorsorgedepot für deutlich mehr Personen zugänglich sein als das bisherige Riester-System. Förderberechtigt sollen neben sozialversicherungspflichtigen Angestellten auch Selbstständige, Auszubildende, Beamte, Personen in Elternzeit sowie Personen mit Krankengeld oder Arbeitslosengeld I sein. Auch eine mittelbare Förderung über den Partner ist vorgesehen.
Besonders vorteilhaft ist die Förderung für Personen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie für Familien mit Kindern, da die Zulagenregelung für diese Gruppen hohe Förderquoten vorsieht. Ob sich das Altersvorsorgedepot in deiner konkreten Situation lohnt, hängt von deinem Einkommen, deiner steuerlichen Situation und deinem Förderstatus ab. Dafür lohnt sich eine individuelle Betrachtung.
Das hängt von der gewählten Sparrate, dem Produkt und dem Depotanbieter ab. Für das Altersvorsorgedepot gilt ein Mindestbeitrag von 120 € pro Jahr, also 10 € pro Monat. Bei diesem Mindestbeitrag beträgt die Grundzulage 60 € pro Jahr. Für die maximale Förderung sind Einzahlungen von bis zu 1.800 € pro Jahr vorgesehen.
Die monatlichen Depotkosten können bei modernen Online-Brokern auf 0 € reduziert werden, da weder Depotführungsgebühren noch Sparplangebühren anfallen. Es bleiben dann nur die Produktkosten der ETFs, die über die TER abgerechnet werden und bei typischen Index-ETFs rund 0,20 % pro Jahr betragen.
Der Mindestbeitrag liegt bei 120 € pro Jahr, was 10 € pro Monat entspricht. Bei diesem Betrag erhältst du eine Grundzulage von 60 € pro Jahr. Die Kinderzulage beträgt zusätzlich 120 € je Kind. Für die höchste Förderstufe musst du mindestens 360 € pro Jahr einzahlen. Die maximale Grundzulage von 540 € pro Jahr wird bei einem Eigenbeitrag von 1.800 € erreicht.







